gegründet: 1901 / VDA-Mitglied 11087

 

 119 Jahre Aquarienverein Tausendblatt

Der Aquarienverein „Tausendblatt“ Plauen
e.V. begeht im Jahr 2020 sein 119 jähriges Vereinsjubiläum. Damit zählt er zu
den ältesten Aquarienvereinen Deutschlands, ein Grund, um in einer kleinen
Rückblende die Geschichte des Vereins kurz darzustellen.

Die Entwicklung des Vereins ist in Anlehnung an
die geschichtliche Entwicklung unseres Vaterlandes von vielen Höhen und Tiefen
geprägt. Als markante Einschnitte seien hier nur die beiden Weltkriege und die
deutsche Teilung genannt.

Die Gründung des Vereins erfolgte am 7.Februar
1901 unter dem Namen Aquarienverein „Tausendblatt“ unter Vorsitz von
Herrn Luft im Restaurant „Tunnel“ in Plauen(Vogtland).

Die geschichtlichen
Ereignisse haben keine kontinuierliche Entwicklung des Vereins zugelassen, im
Gegenteil, er musste sich mehrfach neu formieren. Umso positiver ist es zu
bewerten, dass sich immer wieder „besessene“ Aquarianer bereitgefunden
haben, bei null beginnend, den Verein zu neuem Leben zu erwecken.

Die Gründeriahre

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges kam das
Vereinsleben erstmals zum Erliegen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der
Verein bei durchschnittlich 40 Mitgliedern sehr stabil entwickelt. Die
Aquaristik war in dieser Zeit kein Selbstläufer. Vieles war neu und die
technischen Möglichkeiten sehr begrenzt.

Zwischen zwei Weltkriegen

 

 Der zweite Abschnitt der Vereinsgeschichte umfasst
die Jahre von 1920 bis 1943. In diesem Zeitraum entwickelte sich die
vogtländische Region zu einer Hochburg der Salmler- und Barbenzucht,
insbesondere wegen der optimalen Wasserbedingungen. Trotzdem kamen die Erfolge
nicht von allein. Wenn man sich vergegenwärtigt, mit welch einfachen Mitteln
Aquarienfische gepflegt und gezüchtet wurden, die selbst heute noch nicht in
jedem Fall als problemlos gelten, dann muss man den Aquarianern von damals
höchste Anerkennung zollen.

Die Heizung bestand aus einer offenen Flamme (Gas
oder Paraffin) unter einem Blechboden, Luft kam aus einem Autoschlauch oder
einer Pressluftflasche und die Beleuchtung bestand entweder aus Tageslicht oder
einer einfachen Gaslampe.

Auferstanden aus Ruinen

Eine weitere wichtige Etappe der Vereinsgeschichte
waren die Jahre 1946 bis 197S. Dieser Zeitraum war geprägt von vielen
Aktivitäten des Vereins in der Öffentlichkeit und seine Übernahme in den
Kulturbund der DDR als Fachgruppe „Aquarien/Terrarien – Plauen“.
Höhepunkte in diesem Zeitraum waren Ausstellungen in den Jahren 1962 und 1963
mit jeweils über 10000 Besuchern im Postsaat von Plauen und der
Aufbau einer ständigen Aquarienausstellung im ehemaligen Pionierhaus der Stadt.
Diese Anlage wurde zur Durchführung

regelmäßiger Börsen und gleichzeitig
für die Ausbildung junger Aquarianer in Schülerinteressengemeinschaften
genutzt.

Die Entscheidung darüber, die
Ausstellungsräume als „Wehrtechnisches Kabinett“ zu nutzen führte zur
Auflösung der Ausstellungsanlage und, aus Verärgerung darüber, zum Rücktritt
des Vereinsvorstandes. Der Verein löste sich damit 1975 quasi auf.

Und wieder ein Neubeginn

Da Aquarianer bekanntlich hart im Nehmen
sind, rafften sich im September 1976 erneut drei Verrückte auf, mit dem Ziel,
dem Verein neues Leben einzuhauchen.

In der Folge durchlebte der Verein seine
bisher aktivste Phase. Neben dem Bau einer eigenen Börsenanlage(60 Becken,15
Pflanzenschalen) wurden schrittweise eine Ausstellungsanlage (100 Becken, 10
Terrarien einschließlich Peripherie) gebaut und in der Folge im Zeitraum von
1979 bis 1989 sechs Ausstellungen mit jeweils 5000 bis 7000 Besuchern
durchgeführt. Darüber hinaus wurde die Vereinsgeschichte erforscht und in der
Vereinschronik dokumentiert.

Die Wende und der damit verbundene
politische Umbruch gingen nicht spurlos an unserem Verein vorüber. Mit dem
Zusammenbruch des Kulturbundes hatten wir plötzlich kein „zu Hause“
mehr, das Vereinseigentum musste dezentral eingelagert werden und die Räume
für die Durchführung von Börsen und Ausstellungen existierten nicht mehr. Wir
mussten uns neu organisieren

1990 wurden persönliche Kontakte mit dem
Vorstand des“ Vereins für Aquarien-, Terrarien-und volkstümliche
Naturkunde e.V.“ Hof sowie dem Bezirk 11 aufgenommen. Im Rahmen der Feier
zum 90. Jahrestag 1991 in Jößnitz-Vogtland trat der Verein dem VDA bei und der
VDA-Bezirk 26 wurde neu gegründet.

Unter dem Motto „100 Jahre organisierte
Aquaristik in Plauen“ wurde am 29.9.2001 ein gemeinsamer Bezirkstag der
VDA-Bezirke 11 und 26 im Empfangsgebäude des Oberen Bahnhofs von Plauen
durchgeführt. Der Verein präsentierte sich aus diesem Anlass mit einer
umfangreichen Aquarien- und Terrarienausteilung. Die Glückwünsche zum
Jubiläum überbrachte der Präsident des VDA, Bundesfreund Matthies,
persönlich.

 

Anlässlich seiner 110-Jahresfeier
organisierte der Aquarienverein „Tausendblatt“ Plauen am 9.0ktober 2011
den Bezirkstag des VDA-Bezirks 11 im „Best Western Hotel Am Straßberger
Tor“ Straßberger Str.37-41(10.00 – 16.00Uhr). Als Referenten konnten unser
VDA-Präsident Dr. Stefan Hetz -Berlin und Horst Unke -Schwarzenbach gewonnen
werden.

Peter Michel

 

In den Jahren 2012 – 2017 führte unser Verein regelmäßige Vereinsabende und Börsen durch. Unsere Vereinschronik wurde an das Stadtarchiv übergeben.